ALLERGOLOGIE

Seit den 50er Jahren haben allergische Erkrankungen wie Asthma, Heu­schnupfen oder Neurodermitis um mehr als das Fünffache zugenommen und sind immer weiter im Vormarsch. Schuld daran ist in erster Linie die Zunahme von Schadstoffen und Chemikalien in unserer Umwelt: Luftverschmutzung im Freien – vor allem durch den Autoverkehr – und in Innen­räumen; Chemikalien in Lebensmitteln, Kosmetika und Textilien; zunehmender Arzneimittelkon­sum, Impfungen etc.

Ein weiterer Faktor scheint übertriebene Hy­giene zu sein, die verhindert, dass das kindli­che Immunsystem Kontakt zu Erregern be­kommt. Kinder, die schon als Säuglinge viele Infekte durchmachen, tendieren weniger zu allergischen Erkrankungen. Einen Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat auch familiärer Stress, der durch unsere Lebensumstände leider zunimmt.

Besonders durch Allergien gefährdet sind Kinder, in deren Familie bereits Allergiker bekannt sind.

Was können Sie als Eltern tun, um die Entstehung von Allergien zu verhindern oder zu verzögern?

Werden bzw. bleiben Sie Nichtraucher  – rauchen Sie weder in der Schwanger­schaft bzw. Stillzeit noch in Wohnungen, in denen sich Kinder aufhalten.

Stillen 
Sie Ihren Säugling möglichst sechs Monate voll. Im zweiten Halbjahr geben Sie Muttermilch und vorrangig pflanzliche Kost.

Ernähren
 Sie sich und Ihr Kind voll­wertig – alles möglichst frisch und aus biologischem Anbau, und mindestens einmal täglich auch Rohkost (Obst, Salat oder rohes Gemüse). Fastfood wurde als eine der Ursachen für die Zunahme von Asthma identifiziert.

Sorgen Sie für ein gesundes Wohnklima: Keine Spanplatten, PVC-Böden, Holz­schutzmittel oder sonstige Chemikali­en in Wohnräumen. Auch im Winter mehrmals am Tag gut lüften („stoßlüften“).

Kleiden 
Sie Ihr Kind gesund: Hautkontakt möglichst nur mit ungefärbter naturbelassener Baumwolle.

Kein „Babyschwimmen“
: Chlorgase in Hallenbädern reizen Haut und Schleimhäute und können allergische Erkrankungen auslösen.

Vorsicht mit Impfungen
: Schon das Verschieben ins zweite Lebenshalbjahr kann das Asthma-Risiko im späteren Leben verringern. Auch das Durchmachen mancher Krankheiten – z.B. Windpocken – verringert das Allergierisiko.

Zurückhaltung mit Fiebersenkung
: „Fieberzäpfchen“ sind – ebenso wie Antibiotika im ersten Lebensjahr – ein Risikofaktor für allergische Erkrankungen.

Keine übertriebene Hygiene
, keine Desin­fek­ti­onsfeldzüge. Kinder müs­sen nicht täglich gebadet, Wäsche muss nicht täglich gewechselt werden. Ein Kind darf auch mal Sand essen!

Helfen Sie mit, dass unsere Atemluft bes­ser wird: Fahren Sie möglichst wenig Auto, engagieren Sie sich für eine gesün­de­re Umwelt.

Bei Kindern mit hohem Allergierisiko:

(= Allergie mindestens eines Elternteils oder Geschwister; bereits bestehende Neurodermitis):

Sechs Monate nur Muttermilch. Wenn Stillen nicht möglich ist, in den ersten sechs Monaten hypoallergene Milch („H.A.“) geben. Hat einer der Eltern eine Neuro­de­rmi­tis, ist nur von Spezialnahrungen wie Althera oder Neocate ein Schutzeffekt zu erwarten.

Prosymbioflor 3 x 0,7 ml (= 3 x 14 Tropfen) vom 2. Lebensmonat bis zum Ende des 7. Lebensmonats (halbiert das Neurodermitis-Risiko, wenn ein Elternteil Allergiker ist; weniger effektiv bei Allergien beider Eltern).

Tägliches Einreiben des ganzen Körpers (außer des behaarten Kopfes) mit Sonnenblumenöl in den ersten Lebenswochen (senkt das Neurodermitis-Risiko um bis zu 50 Prozent).

Keine Katze oder Kaninchen als Haustiere anschaffen.

Keine Pferdehaarmatratzen. Optimal sind als Material für die Matratze Kokos, Latex oder ökologisch „guter“ Schaumstoff (Ökotest!); für Bettdecke und Kissen Baumwolle, Seide oder bei 60°C waschbare Daunen.

Keine Teppichböden wegen deren Besiedlung mit Hausstaubmilben. Vermeiden Sie auch: Tierfelle, alte Matratzen oder Polstermöbel im Schlafraum Ihres Kindes.