Der Masern-Einzelimpfstoff „Masern-Impfstoff Mérieux“ mit Zulassung in Deutschland ist ab 2017 nicht mehr lieferbar. Die Produktion des französischen Impfstoffes Rouvax wurde Ende 2017 eingestellt.

Die Einzelimpfung ist nur noch möglich durch den Import des Schweizer Impfstoffs Measles Vaccine. Er ist aber in Deutschland nicht offiziell zugelassen.

Da die Masern nicht auszurotten sind und der Impfschutz nicht 100%ig ist, wird es trotz Impfung immer wieder zu Ausbrüchen kommen. In zunehmendem Maße sind davon Bevölkerungsgruppen betroffen, die eher zu Komplikationen neigen:

  • Säuglinge im ersten Lebensjahr
  • Jugendliche und Erwachsene

Kinder zwischen dem ersten und zehnten Geburtstag haben ein sehr geringes Komplikationsrisiko, wenn auf Fiebersenkung verzichtet wird. Sie können jedoch Säuglinge und Erwachsene in der Umgebung – auch die eigenen Eltern – anstecken und in Gefahr bringen.

Alternativen zu den offiziellen Empfehlungen (2malige MMR-Impfung ab dem 12. Lebensmont) sind:

  • Impfung im Alter von 18 bis 36 Monaten. Der von der Impfkommission empfohlene frühere Impftermin führt zu einem schlechteren Schutz im Erwachsenenalter (De Serres 2012).
  • Nach > 6 Wochen Wiederholung der Impfung (STIKO-Empfehlung), alternativ Kontrolle des Impferfolgs durch eine Blut­untersuchung. Bei ca. 95% führt die erste Impfung zu ausreichenden Antikörpern.
  • Impfung von Geschwisterkindern, wenn ein Säugling im Haushalt lebt.
  • Impfung von Erwachsenen, die keine Masern durchgemacht haben und/oder keine schützenden Antikörper haben. 

Bei Kleinkindern hat die Einzelimpfung folgende Vorteile gegenüber der MMR-Impfung:

  • Nach der Mumpsimpfung im Kleinkindalter geht der Schutz bis ins Erwachsenenalter oft wieder verloren, so dass es nachhaltiger ist, gegen Mumps erst vor der Pubertät zu impfen (derzeit nur als MMR-Impfung möglich).
  • Bei Mädchen senkt das Durchmachen von Mumps das Risiko für Eierstockkrebs im späteren Leben. Sie sollten die Chance erhalten, Mumps durchzumachen.

Nachteil der fehlenden Mumpfsimpfung ist der 16tägige Ausschluss aus einer Gemeinschaftseinrichtung, wenn dort Mumps aufgetreten ist.

Die Röteln-Impfung ist nur noch als Dreifachimpfung zusammen mit Masern und Mumps möglich, da die Produktion des Einzeimpfstoffs eingestellt wurde. Mädchen sollten mit Beginn der Pubertät gegen Röteln immun sein. Haben Sie keine Röteln-Antikörper – was derzeit bei den meisten ungeimpften zutrifft – müssen sie mit dem Dreifachimpfstoff geimpft werden.

Als MMR-Impfstoff ist Priorix gegenüber MMR-Vax vorzuziehen, da er keine Gelatine enthält und dadurch allergische Reaktionen seltener sind.